Der Corona-Effekt auf die digitale Mediennutzung

MuK-Blog für Digital Marketing #31: Der Corona-Effekt auf die digitale Mediennutzung
27. Juli 2020 Marketing Natives

13. März, wir erinnern uns zurück: Der Shutdown rund um die Coronakrise wurde seitens der österreichischen Bundesregierung verkündet und alle, die nicht unbedingt raus gehen mussten, sollten zuhause bleiben. Welche Auswirkungen dies auf die digitale Mediennutzung hatte und weiterhin hat, wird in folgendem Artikel von Larissa Kaiser, Absolventin des Bachelor-Studiums Marketing & Kommunikation an der FH St. Pölten nach Themengebieten zusammengefasst.

COVID-19 & die Häufigkeit der Mediennutzung


Abbildung 1: Änderung der Mediennutzung (Dentsu Aegis Network Austria 2020: Exklusiv Studie KW14)

Ein genereller Blick auf die Mediennutzung zeigt, dass Onlineportale im Vergleich zu den klassischen Medien wie Print die Gewinner der Krise sind. Während 50% angaben, seit Beginn der Coronakrise soziale Medien wie Facebook und Instagram mehr zu nutzen, gaben 32% an, Gratiszeitungen wie heute oder oe24 weniger zu nutzen. Ebenso zeigt sich, dass Videostreaming stark zugenommen hat – aber auch die Nutzung von ORF TV Sendern, was oftmals in den Medien mit dem Vertrauen gegenüber dem öffentlich-rechtlichen Sender argumentiert wird.

Die Österreicher*innen wollten sich rund um die Uhr informieren. Dies zeigt sich anhand des Anstiegs der Nutzung der Nachrichten- und Medienportale, welche sowohl in der Studie oberhalb herauskommt, als auch in den Nutzungsdaten vieler anderer Anbieter erwähnt wird. Mindtake veröffentlichte Daten der Reppublika, die zeigten, wie stark die Nachrichtennutzung in der ersten Woche des Lockdowns anstieg. ORF.at konnte innerhalb der österreichischen Internetbevölkerung eine Reichweite von 47% am 15.03. erreichen – was einem Plus von +31 Prozent im Vergleich zu den beiden Vorwochen entspricht. Auch hier zeigt sich allerdings laut Reppublika Daten, dass die Reichweiten nach dem hohen Peak Mitte März beinahe wieder zurück beim Vor-Corona-Wert sind.

COVID-19 & Google Suchanfragen

Abbildung 2: Google Suchanfragen “Corona” (Google Trends 2020)

In den Google Trends (oberhalb) sieht man, dass der Suchbegriff „Corona“ eindeutig rund um den 15.März seinen bisherigen Höhepunkt hatte und seitdem nach und nach abflacht.
Legt man die Google Suchanfragen von Ende Februar bis Mitte März zu den Themen Lebensmittel, Lieferdienste, Online-Shop sowie Billa und Spar online übereinander (siehe unterhalb), so lässt sich auch hier ein eindeutiger Trend erkennen, dass die Suchanfragen mit dem Beginn des Lockdowns stark angestiegen sind.


Abbildung 3: Google Suchanfragen zu Lebensmittel (Dentsu Aegis Network Austria 2020)

Corona & das Online Shopping

Visualisierung | Quelle: https://flo.uri.sh/visualisation/2572220/embed

Nachdem die meisten Geschäfte bis auf die Lebensmittelgeschäfte rund einen Monat geschlossen waren, machten viele Menschen neue Erfahrungen mit e-Commerce und Online-Shopping. Die Grafik zeigt die Häufigkeit von Online-Shopping vor, während und nach dem strengen Lockdown in der österreichischen Bevölkerung zwischen 18 und 75 Jahren. Man kann gut erkennen, dass der Anteil derjenigen, die häufig online shoppen, angestiegen ist: Während vor Corona 19% angaben, mindestens 1x pro Woche online zu shoppen, waren es während der Coronakrise 28%. Die Forscher*innen fragten auch nach der zukünftigen Häufigkeit von Online-Shopping nach Corona – hier zeigt sich, dass die Werte sich an die Werte vor Corona wieder anpassen. Aktuellere Zahlen zum Online-Shopping gibt es leider noch nicht – ist aber weiterhin gewiss interessant zu beobachten.

COVID-19, Homeoffice & Videokonferenzen

Nachdem ein Großteil der berufstätigen Österreicher*innen mit Mitte März bzw. April von zuhause arbeitete, standen tägliche Videokonferenzen an der Tagesordnung. Dies spiegelte sich auch in den App Download Zahlen wieder. Microsoft Teams, Skype und Zoom waren nun nicht mehr aus dem Berufsalltag wegzudenken, was dazu führte, dass beispielsweise Microsoft Teams von Platz 479 am 8. März innerhalb von 2 Tagen auf Platz 1 der App Downloads in Österreich (Apple App Store) sprang und diesen Platz auch bis 17. März behielt. Auf den Sozialen Medien tauchten immer mehr „Video Conference Bingo“ Sheets auf, auf welchen Aussagen wie „Ah sorry, hatte mein Mikrofon ausgeschaltet“ oder „Seht ihr meinen Bildschirm schon?“ zu finden waren – diese Chance haben auch einige Unternehmen und Marken genutzt, um Nähe zu den Konsument*innen über die Sozialen Medien zu schaffen, beispielsweise Ja!Natürlich oder karriere.at

Instagram 1 | Quelle: https://www.instagram.com/p/B-l1jzrlTzF/

Instagram 2 | Quelle: https://www.instagram.com/p/B_PJ47ICt4-/

Was bleibt vom Corona-Effekt?

Wenn die Coronakrise eines gezeigt hat, dann, dass Österreich digitaler agieren kann als gedacht. Mehr soziale Medien, mehr online Nachrichtenportale, mehr Videostreaming und beispielsweise weniger Printmagazine und Printexemplare von Tageszeitungen. Viele Unternehmen haben gemerkt, dass Homeoffice durchaus möglich ist und fördern dadurch die Digitalisierung. Weiterführende Studien und Umfragen zur Mediennutzung nach der Coronakrise werden es möglich machen, eventuelle nachhaltige Veränderungen festzumachen, wodurch sich in weiterer Folge die Kommunikationsbranche selbst wie auch die Werbespendings verändern werden – man kann also gespannt bleiben ☺️

 

 

Autorin: Larissa Kaiser

Über Larissa: Derzeit befindet sie sich im 5. Semester des Bachelorstudiums „Marketing & Kommunikation“ an der FH St. Pölten. Ihr Berufspraktikum wird sie in der strategischen Kundenberatung einer Mediaagentur in Wien absolvieren.

 

 

Autorin: Barbara Klinser-Kammerzelt

FH St. Pölten
FH-Dozentin im Bachelor Marketing & Kommunikation, Master Digital Marketing & Kommunikation
Lehrgangsleitung Werbung & Markenführung

 

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Quellen:

https://www.mindtake.com/de/press-release/nachrichtenportale-homeoffice-tools-und-online-supermaerkte-sind-die-gewinner
https://www.mindtake.com/de/press-release/zuhausebleiben-online-leben-corona-lockdown
https://www.horizont.at/digital/news/corona-data-stories-1-die-neue-corona-generation-online-81264
https://mcusercontent.com/4c4b7f8f6ea553f04f1e8594b/files/0e6a61e3-aaa6-4824-8ddc-351ee59c6fdc/Ver%C3%A4nderung_Medien_Freizeitverhalten.pdf
https://mcusercontent.com/4c4b7f8f6ea553f04f1e8594b/files/b697548b-7046-4466-a1ee-3b11bff10a81/Rekordzahlen_in_TV_und_Online.pdf
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